Kirchen in der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit
St. Anna
Wenn wir heute auf die Entstehungsgeschichte der St. Annakirche blicken, so erkennen wir, dass ihre Gründung ein Ergebnis der gesellschaftlichen Entwicklung des 19. Jahrhunderts darstellt. Krefeld gehörte damals zur Erzdiözese Köln. Erzbischof Kardinal Johannes von Geissel legte am 15. November 1854 die Grundsteine für zwei neue Kirchen in Krefeld, und zwar für St. Stephan im Südosten und für St. Marien (Liebfrauen) im Nordwesten des Stadtgebietes.
Die Einwohnerzahl des „Nordbezirks“ und des „Inrath“ wuchs in der Folgezeit stetig an und damit auch die Zahl der Gemeindemitglieder von Liebfrauen. Die Liebfrauenpfarre war eine der größten Pfarreien im Erzbistum Köln. Ihre Fläche umfasste mehr als die Hälfte des Krefelder Stadtgebietes. Mitglieder des Kirchenvorstandes von Liebfrauen aus dem „Inrath“, unterstützt von Pfarrer Gerhard Josef Hubert Pauly, erkannten die Notwendigkeit eines neuen Kirchenbaus. Am 3. Februar 1898 beschloss der Kirchenvorstand von Liebfrauen den Bau der St. Annakirche. Nach nur zweijähriger Bauzeit war die Kirche im Juli 1903 fertiggestellt. Bauausführender Unternehmer für Rohbau, Dach und Turm war die Firma Gebr. Koch aus Krefeld. Die Kapitelle, Wasserspeier, Konsolen und die sonstigen schmückenden Beiwerke wurden von der Bildhauerei Palm aus Krefeld gestaltet. Die feierliche Konsekration fand am 23. Juli 1903 durch den Stadtdechanten Monsignore Johannes Lefranc statt.
Durch den zweiten Weltkrieg bedingt, wurde die Kirche am 22. Juni 1943 durch einen Bombenangriff fast völlig zerstört. Der Hochaltar wurde wie durch ein Wunder nicht zerstört. Bis zum Jahr 1950 wurde dann der Wiederaufbau der Kirche durchgeführt und mit dem St. Annafest am 23. Juli wieder eingeweiht.
Seit dem 1.1.2014 ist die Annakirche die Pfarrkirche der neu gegründeten Pfarrei "Heiligste Dreifaltigkeit". Zu erwähnen wäre noch die Tatsache, dass zwei der Kirchenfenster auf St. Elisabeth von Thüringen und auf St. Thomas Morus verweisen; die anderen beiden Kirchen in der Pfarrei.
Thomas Morus
Die Kirche St. Thomas Morus wurde im Jahr 1966 geweiht. Nicht nur die Kirche war neu, auch die Gemeinde entstand aus zwei Vorgängergemeinden (St. Bonifatius und St. Petrus Canisius).
Durch breite Glastüren, die in der Ätzung die drei Kreuze von Golgotha andeuten, betritt der Besucher die Eingangshalle. Dieser „Vorhof“ lässt durch die gestalteten Seitenscheiben noch genug Alltag hinein und führt doch schon, auch durch seine Form, zum eigentlichen Kirchenraum.
Dieser ist dicht umschlossen von hohen, glatten weißen Wänden. Keine Mauern oder Säulen versperren Sicht und Weg. Die traubenähnlichen Fenster umschließen wie ein Lichtband hoch oben unter der Holzdecke die Versammlung.
Im Halbkreis, der auch den Blick auf den anderen freigibt, umgibt die Gemeinde den leicht erhöhten Altarraum, der wie eine kreisförmige Insel in das ellipsenförmige Kirchenschiff ragt. Hier wird die Wand von keiner Öffnung durchbrochen und das Licht fällt von oben herab.
St. Elisabeth - Grabeskirche
Die Kirche St. Elisabeth entstand 1894 im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters der Kapuziner. Diese ging von der Pfarrei Liebfrauen aus. Die Kirche St. Elisabeth von Thüringen hatte von Anfang an eine Doppelfunktion. Sie war Klosterkirche und war andererseits Gemeindekirche für die Menschen am Inrath. In der Funktion als Klosterkirche nahm sie wichtige Funktionen für die Stadt wahr. Zum einen war sie Beichtkirche, zum anderen kamen Menschen mit vielen besonderen Anliegen zum Kloster.
Die Kirche wurde im zweiten Weltkrieg mehrfach durch Bomben zerstört. Nach dem Krieg war zunächst eine Notkirche eingerichtet. Ab 1949 wurde die Kirche in wesentlich schlichterer Form wieder aufgebaut und an Christi Himmelfahrt 1951 wieder eingeweiht.
Nachdem das Kloster der Kapuziner 1992 geschlossen wurde, blieb die Kirche zunächst Pfarrkirche.
Zu Neujahr 2014 wurde die Gemeinde mit den Gemeinden St. Anna und St. Thomas Morus zusammengelegt, wodurch die Kirche zu einer Filialkirche wurde, da St. Anna zur Pfarrkirche erhoben wurde. Im April 2016 wurde die Kirche teilentwidmet, um im Anschluss zu einer Grabeskirche umgebaut zu werden. Heute übernehmen die Kirchen St. Anna und St. Thomas Morus viele Funktionen, wie Taufen und Hochzeiten. Allerdings finden in St. Elisabeth weiter Eucharistiefeiern im trauerpastoralen Kontext statt.
Seit Juli 2018 dient die Kirche jetzt dazu, sich von Verstorbenen zu verabschieden und sie anschließend in Urnen für 20 Jahre hier zu beherbergen. Diese Aufgabe nimmt die Kirche St. Elisabeth überkonfessionell und stadtweit wahr. Später werden die Aschen der Verstorbenen auf dem Kapuzinerfriedhof neben der Kirche beigesetzt.
Da die Kirche jeden Tag von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist, bietet sie sich aber auch als Gebetskirche für kurze Besuche an, wo Menschen ihre Anliegen hintragen, wo sie Trost suchen und wo sie um fürbittendes Gebet bitten können.
Die Grabeskirche Krefeld, wie St. Elisabeth auch heißt, hat durch den Umbau einige neue Impulse bekommen. Dies gilt insbesondere für die verschiedenen neuen Glasfenster des renommierten Glaskünstlers Jochem Poensgen. Die Fenster wirken in ihrer ornamentalen Schlichtheit und durch den Moiree-Effekt.
