Kirchen in der Pfarrei St. Cyriakus
St. Cyriakus
Die Pfarrkirche St. Cyriakus wurde im Jahr 1870 neu gebaut, nachdem die Vorgängerkirche 1865 abgerissen worden war. Der Kölner Architekt Heinrich Wiethase (1833-1893) hat in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Pfarrer Heinrich Bartels die neue Kirche gebaut. Im Jahre 1870 konnte nach 5 1/2jähriger Bauzeit an Weihnachten die Kirche erstmals in Betrieb genommen werden. Die Konsekration erfolgte auf Grund des Kulturkampfes erst im Jahr 1875 durch Bischof Johann Bernhard Brinkmann aus Münster.
Die weitere Ausstattung der neuen Pfarrkirche konnte in den folgenden Jahren durchgeführt werden. Der Hochaltar wurde im Jahr 1882 fertig gestellt; danach folgten Marien- und Josefsaltar. Ebenso wurden ab 1888 die Kirchenfenster gestaltet. In den Jahren 1902/1903 wurde die Ausmalung der Pfarrkirche vorgenommen. 1913 entschloss man sich, die Orgel an der Nordseite zu installieren, wobei dazu drei Fenster zugemauert werden mussten.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde im Jahre 1955 eine umfangreiche Innensanierung der Pfarrkirche erforderlich. Bei dieser Innensanierung wurden aus der alten Orgel acht Register herausgenommen und auf der neu errichteten südlichen Orgelempore als Chororgel installiert.
Nach über 30 Jahren wurden zwecks Erhaltung der Pfarrkirche weitere Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich, so dass ab 1987 eine umfangreiche Renovierung und Restaurierung der Pfarrkirche im Außen- sowie im Innenbereich veranlasst wurde. Nach der Sanierung der Südseite, des Turmes und des Kirchturmhelmes erfolgte im Jahre 1992/1993 die Innensanierung. 19 Monate lang war die Pfarrgemeinde bei den Gottesdiensten Gast der evangelischen Schwestergemeinde in Hüls. In dieser Zeit wurde die Ausmalung der Pfarrkirche nach alten Befunden wieder hergestellt. Bei dieser Innensanierung wurde im Hauptportal eine Empore für die neue Metzler-Orgel errichtet, die dann im Jahre 1999 unter Wiederverwendung des alten historischen Prospektes aus dem Jahre 1783 errichtet wurde.
Konventkirche St. Cäcilia
Die Konventskirche St. Cäcilia ist das älteste Gotteshaus in Hüls und besitzt eine wechselvolle Geschichte. 1460 wurde der Bau begonnen; bereits am 17. Oktober 1461 konnte der bis heute erhaltene Altar geweiht werden. Von dort an diente die Konventskirche den im angrenzenden Konvent lebenden Regular-Terzianerinnen als Ort des Gebetes und der Sammlung. Im Jahr 1703 wurden Konvent und Kirche durch einen Brand zerstört. Von 1713 bis 1737 erfolgte der Wiederaufbau in barocken Formen. Außerdem erhielt die Kirche die bis heute bestehende und 2015 nach einer Restaurierung wiedergeweihte Weidtmann-Orgel.
Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1802 aufgehoben, 1806 ging die Kirche durch ein von Napoleon unterzeichnetes Dekret in den Besitz der Pfarrgemeinde St. Cyriakus über. Ab 1847 wurde der ehemalige Konvent als Krankenhaus genutzt, die Konventskirche erfüllte fortan die Funktion der Krankenhauskapelle. Am 22. Juni 1943 wurden Krankenhaus und Kirche bei einem Bombenangriff getroffen, so dass der Dachstuhl und das Zwiebeltürmchen dabei vollständig zerstört wurden. Nach dem Wiederaufbau des Daches konnte die Kirche noch im Dezember 1943 wieder genutzt werden. Am 2. März 1945 folgte bei einem weiteren Bombenangriff die vollständige Zerstörung von Dach und Gewölbe. Die herunterstürzenden Gewölbeteile zerstörten auch die Nebenaltäre sowie das Altarbild des Hochaltars. Nach den Aufbauarbeiten 1945 bis 1948 konnte die Kirche am 11. September 1948 erneut geweiht werden. 1992 erhielt die Konventskirche auch ihr Glockentürmchen zurück. Die letzte große Restaurierung der Konventskirche erfolgte von 2010 bis 2013. Hierbei wurde nicht nur die barocke Kommunionbank und Schwesternempore samt Kanzel restauriert, sondern auch eine grundlegende Veränderung des Innenraums vorgenommen. Die Reste des alten, zerstörten Hochaltars wurden aus der Kirche entfernt und das mittlere Chorfenster wieder geöffnet. Der Krefelder Künstler Hubert Spierling gestaltete drei neue Chorfenster, die seither den Innenraum maßgeblich prägen. Auch die weiteren Fenster der Kirche wurden von ihm gestaltet und verleihen dem Raum ihren jetzigen Charakter.
ökumenische Begegnungsstätte „Ö“
Die Ökumenische Begegnungsstätte Hüls wurde von der Katholischen Pfarrgemeinde St. Cyriakus und der Evangelischen Kirchengemeinde Hüls in den Jahren 1998/99 errichtet. Am 5. Juni 1999 wurde sie ihrer Bestimmung übergeben. Als Zentrum des Wohngebietes Hüls-Nordwest bietet dieses ansprechende Gebäude Raum für die kirchengemeindlichen Aktivitäten, aber auch als offener Treffpunkt für Begegnung und Kultur.