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Kirchen in der Pfarrei St. Nikolaus

Krefeld-Ost

St. Andreas - St. Heinrich - St. Margareta - St. Maria Himmelfahrt - St. Matthias - St. Paul - St. Peter - Pius-Lukas-Kirche

St. Peter - Uerdingen

Um 900 taucht Uerdingen erstmalig in einem Heberegister des Amtes Werden auf. Für das 12. Jahrhundert steht die Zugehörigkeit zum Kölner Erzbistum fest. Um 1255 erhielt Uerdingen durch Konrad von Hochstaden die Stadtrechte. Ein weiter östlich gelegener erster Kirchenbau wurde mit der Stadt von einer Rheinüberflutung hinweggerissen. Die neue Stadt wurde um einige hundert Meter nach Westen verlegt.

An der heutigen Stelle wurde ein Kirchenneubau errichtet und vom Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg um 1285 zur Pfarre St. Peter erhoben.

In den Jahren 1381 bis 1383 wurde der einschiffige Kirchenbau zur dreischiffigen Kirche erweitert. Aus dieser Zeit stammt der über 600 Jahre alte romanische Turm. Viermal hat die Kirche in der folgenden Zeit schwersten Schaden erlitten.

Im Jahre 1463 brannte sie ab.

Am 28. Dezember 1627 warf ein heftiger Sturm die Kappe des Turmes auf das Kirchenschiff, wobei Dach und Gewölbe zusammenbrachen und auch das Mauerwerk beschädigt wurde. Der Wiederaufbau dauerte von 1628 bis 1631.

Am 14. Februar 1799 stürzte das Kirchenschiff infolge eines Hochwassers völlig ein, so dass es ganz neu aufgebaut werden musste. Von 1800 bis 1803 schuf man eine große Einheitshalle in einfach klassizistischem Stil mit flachem Tonnengewölbe. Für das Innere erwarb man drei kostbare Barockaltäre aus dem aufgehobenen Prämonstratenserinnen-Kloster in Langwaden.

In der Nacht vom 22. zum 23. August 1943 wurde die Kirche bei einem Luftangriff durch Brandbomben in Schutt und Asche gelegt. Nur das Mauerwerk und ein ganz geringer Teil der Ausstattung konnte gerettet werden.

Schon 1945, direkt nach Ende des zweiten Weltkrieges, ging man an die Erneuerung. Die Fortschritte waren anfangs noch sehr gering. Erst nach der Währungsreform von 1948 schwanden die Hauptschwierigkeiten. Turm und Kirchenschiff wurden im Wesentlichen so wieder aufgebaut, wie sie vor 1943 ausgesehen haben.

St. Andreas - Gellep-Stratum

Der Kirchenbau in Gellep-Stratum hat eine lange Geschichte. 1929 wurde der Ortsteil nach Krefeld eingemeindet. Im Eingemeindungsvertrag wurde den Menschen vor Ort eine Kirche, ein Friedhof und ein Feuerwehrhaus zugesagt. Andreas Schmitz hatte der Gemeinde Land geschenkt mit der Auflage hier eine nach dem Apostel Andreas benannte Kirche zu bauen. Seit 1929 wurde geplant und es wurden viele Unstimmigkeiten in Kauf genommen. Bedingt durch die Kriegswirren des letzten Jahrhunderts konnte dieser Plan nicht umgesetzt werden.

Als Rektor Velten 1945 schwer erkrankte, kam zu seiner Vertretung Kaplan Joseph Pelzer nach Gellep-Stratum und nahm den Kirchenneubau in Angriff.

Weitblickend wurde die Kirche als „Haus Gottes für die Menschen“ konzipiert. Gänzlich unterkellert befindet sich unter ihr der Pfarrsaal mit Bühne, Nebenraum, Toiletten und auch einer Kegelbahn. Der Raum unter dem Chorbereich diente 17 Jahre als Kindergarten, bis 1971 ein sich anschließender Neubau in Benutzung genommen werden konnte, in dessen Obergeschoss zwei große Räume mit Teeküche als Pfarrheim geschaffen wurden.

Am 12. Juli 1953 konnte die Kirche durch Weihbischof Hünermann konsekriert werden. Gleichzeitig wurde der Bildstock „Maria am Wege“ benedifiziert.

Marianne Jagusch
(Quellennachweis: Pastor Pelzer und Gelduba – Erinnerungen)

St. Heinrich

In der St. Heinrichskirche finden sich die unterschiedlichsten Kunstrichtungen in einem Gesamtrahmen zusammengefasst.

Das mächtige Gewölbe des romanischen Grundbaus birgt Ornamente im Jugendstil der Jahrhundertwende, klassizistische Anleihen bei der Inneneinrichtung korrespondieren mit rundbögiger Romanik in der Fenstergestaltung. Dieses scheinbar künstlerische Wirrwarr ist Zeugnis eines erbitterten Kampfes, den der modernistisch eingestellte Frankfurter Architekt Hans Rummel, der im Jahre 1909 die Baupläne ausarbeitete, mit dem konservativ eingestellten Generalvikariat in Köln, das die Pläne zu genehmigen hatte, führte.

Bevorzugte Rummel einen großen Kirchensaal, bestand das Generalvikariat auf Seitenschiffen, konzipierte Rummel im damaligen modernen Jugendstil, verzichtete die Kirchenverwaltung nicht auf die mittelalterlichen Elemente. Die Kompromisse fallen ins Auge. Der Saalcharakter des Kircheninneren ist unleugbar, obgleich acht schwere Pfeiler zwei etwas zu klein geratene Seitenschiffe optisch abgrenzen.

Die häufig bemängelte Dunkelheit des Kircheninneren ist auf die mangelnde Erfahrung des Architekten mit dem damalig neuartigen Baumaterial Stahlbeton zurückzuführen. Er wusste die Statik nicht einzuschätzen und ließ deshalb nur winzige Fensterchen ins Mauerwerk ein.

Ursprünglich war die Kirche für die Arbeiter der sich um die vorletzte Jahrhundertwende in Uerdingen ansiedelnden Industrie gedacht. In der Kunst der Kirche spiegeln sich die jeweiligen sozialen Verhältnisse. So zeigen die Wandmalereien über den Seiteneingängen, die während der Zeit der großen Arbeitslosigkeit 1932 entstanden, in düsteren Farben zerlumpte Bettler, die um Gaben bitten. In der Vorletzten Jahrhundertwende wollte die Stadt Uerdingen ein neues Stadtzentrum bauen. Bei der Idee ist es geblieben, der 1. Weltkrieg und die Eingemeindung nach Krefeld zerstörte den Plan, die mächtige Heinrichskirche mit dem neuen Rathaus sollten am Neumarkt (Braunschweiger Platz stehen).

Die Krypta entstand während des letzten Krieges und konnte nur erbaut werden, weil der damalige Pfarrer Paul Müller den Nationalsozialisten einredete, hier entstünde ein Luftschutzkeller. Die Heinrichskirche wurde am 11. Juli 1915 von dem Kölner Erzbischof  Kardinal Felix von Hartmann geweiht.

St. Margareta - Linn

Die Ursprünge der ersten Kirche in Linn gehen bis ins 7. Jahrhundert, in die Merowingerzeit, zurück. Bereits damals bestand eine Siedlung auf Linner Gebiet. Das frühe Alt-Linn lag jedoch nicht wie heute um die Burg herum, sondern an einer Wegkreuzung am Mühlenbach (Gebiet zwischen Greiffenhorst und Römersee). Diese erste Kirchengründung am Linner Mühlengraben geht zumindest in die Zeit des ersten Pfarrsystems zurück, das der Kölner Erzbischof Kunibert im 7. Jahrhundert nach den römischen Verwaltungsbezirken schuf. Die erste Linner Kirche und die umliegende Siedlung wurden durch ein Hochwasser im Jahre 1279 völlig zerstört.

Obwohl die erste Linner Stadtkirche, die auf dem heutigen Margaretenplatz stand, erst 1814 durch den in die Kirche fallenden Kirchturm zerstört wurde, ist über ihr Aussehen und ihre Größe bis zu den von Dr. Christoph Reichmann durchgeführten Ausgrabungen im Jahre 1989 wenig bekannt gewesen. 

Wann die Nachfolgerin der untergegangenen "alden Kerk" erbaut wurde, ließ sich auch nach neueren Grabungen nicht sicher feststellen. Wahrscheinlich wurde sie kurz nach der Stadtgründung um 1300 unter dem Einfluss der Gräfin Margarete von Kirburg, der Witwe Dietrich VIII., erbaut, die wohl auch Kirche und Altar reichlich dotiert hat. Hierdurch würde sich auch der Wechsel des Patroziniums auf "Jungfrau und Märtyrerin Margareta" erklären.

Ende 1819 konnte der erste Gottesdienst im neuen Kirchengebäude gefeiert werden. Die Benediction erfolgte jedoch erst am 1. Juni 1820 durch den Uerdinger Pfarrer Kaufmanns.

Mitte des 19. Jahrhunderts ließ man in den Kirchenbau zusätzlich zwei Seitenportale einbauen, wovon man eines bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wieder zumauerte. Beim Einbau der neuen Heizungsanlage 1990 ließ man dieses rechte Portal wieder öffnen

In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die barocken Altäre aus der Kirche entfernt, nach Kaldenhausen verkauft und neue gotische Altäre eingebaut.

Seit 1874 war die Kirche mit holzgeschnitzten, gotischen Altären ausgestattet, da man zu dieser Zeit eine Abneigung gegen den Barock empfand. 1929 versuchte die Pfarrgemeinde unter Pfarrer Peter Schagen, den Fehler des Entfernens der Barock-Altäre durch den Ankauf eines neuen Hochaltars auszugleichen. Die alten Altäre waren nachweislich seit 1880 unauffindbar verloren, und so wurde ein durch Umbau überflüssig gewordener Altar aus Blatzheim bei Düren erstanden. Unter der Anleitung von Augustin Kolb aus Köln wurde der Altar grundlegend saniert und in das Kirchenbild eingefügt. Das Altarbild, das den Heiligen Kunibert darstellte, wurde entfernt und die noch aus dem alten Altar erhaltene Margareten-Statue in einer extra eingefügten Nische eingesetzt. Die Benediction des Hochaltares erfolgte am 8. Dezember 1929.

St. Maria Himmelfahrt

Die Kirche St. Maria Himmelfahrt ist eine noch recht junge Kirche. Ursprünglich war die damalige Pfarrei als neuer Seelsorgebezirk der durch die Industrialisierung im Linner Raum immer größer werdenden Arbeitersiedlungen geplant. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts ab.

Die Pläne für einen Neubau einer Pfarrkirche wurden jedoch durch den ersten Weltkrieg vereitelt. Anlässlich einer Visitation von Kardinal Schulte im Jahre 1924 empfahl dieser den Neubau einer zweiten Kirche im Raum Linn.

Als 1925 die "Bauhütte" 20 Neubauten für über 60 Familien in Linn errichtete, wurde die Pfarrseelsorge zu einem besonderen Sorgenkind. Statt einem Neubau einer Kirche ließ Pfarrer Papst Umbaupläne für die Pfarrkirche St. Margareta erstellen, die jedoch nie ausgeführt wurden.

So wurde die heutige Kirche erbaut und am 15. August 1959 durch Bischof Splett aus Danzig geweiht.

Die Kirche wird zu einem Kolumbarium umgestaltet.

St. Matthias

Eine Kirche in "Budberge", eine dreischiffige, basilikale Anlage mit dreigeschossigem Turm in Tuffmauerwerk, wird zum ersten Mal 1150 erwähnt,

Beim Kirchenneubau 1852-1854 nach Plänen von Vinzenz Statz blieb der alte Westturm erhalten. Am 27. August 1854 wurde die neue Kirche geweiht.

Bei einem Bombenangriff am 9. Februar 1945 erhielt sie starke Beschädigungen. Die Planung für den Wiederaufbau hatte Heinz Bley aus Rheinhausen und die Arbeiten waren 1949 abgeschlossen.

Seit 1973 gehört die Gemeinde zum Dekanat Krefeld-Ost. Nach dem Zweiten Weltkrieg dehnten sich die Bayer-Werke immer weiter aus, sodass 1978 die Pfarrgemeinde St. Matthias, Uerdingen aufhörte zu bestehen. Jedoch ist das Gemeindeleben so lebendig wie in früheren Zeiten.

St. Paul

Zu dieser Kirche ermitteln wir noch die Hintergründe.

Pius-Lukas-Kirche

Die große Wohnungsnot in Krefeld nach dem 2. Weltkrieg und der Aufschwung der Industrie nach der Währungsreform 1948 machten es erforderlich, neue Wohngebiete zu erschließen. Das ehemalige Flugplatzgelände, zwischen Traar, Verberg, Uerdingen und Bockum gelegen, bot sich den Stadtplanern in geradezu idealer Weise an. Nach zweijähriger Planungsarbeit wurde 1954 der Bebauungsplan genehmigt. In der Planung waren von Beginn an Freiflächen für eine evangelische und eine katholische Kirchengemeinde vorgesehen.

1956 begann die Besiedlung des ehemaligen Flugplatzgeländes. Die Seelsorge der katholischen Christen übernahm die Pfarre St. Gertrudis. Im Schulgebäude an der Traarer Straße fanden die ersten Sonntagsgottesdienste statt.

Im April 1959 war der Baubeginn der Notkirche (heute Oscar-Romero-Haus). Pius X. wird Pfarrpatron. Der erste Gottedienst findet Neujahr 1960 dort statt, gehalten von Pater Florian, dem ersten Geistlichen der neuen Pfarrgemeinde. Durch Anbauten an die Notkirche entstehen Räume für die Jugend- und Gemeindearbeit. Im September 1963 wird die Gemeinde selbständig.

Mit dem Bau der heute bestehenden Zeltkirche wird 1966 begonnen. In der ständig wachsenden Gemeinde wurde ein zweiter Pater zur Mitarbeit eingestellt. Die beiden Salvatorianerpatres verlassen im November 1968 St. Pius X. Die nach den Plänen des Düsseldorfer Architekten Josef Lehmbrock errichtete Zeltkirche wird von Dechant Johannes Kaiser am 24.11.1968 benediziert. Am 22.12.1968 werden die Herren Josef Höckels (Pastor), Eckard Lossen (Kaplan) und Karl Lützerath (Kaplan) eingeführt.

Durch den Ausbau des neuen Stadtteils Elfrath wächst die Zahl der Gemeindemitglieder weiter an. Im dortigen Schulgebäude wird ab sofort Sonntagsgottesdienst gefeiert. Der neue Kirchenraum, mit dem Altar im Mittelpunkt, von jedem Platz aus sichtbar, die Priester den Gläubigen zugewandt, ließ eine neue Atmosphäre spürbar werden und erzeugte frohe und hoffnungsvolle Erwartung. Ein Windhauch des Konzils berührte die Gemeinde. In der von Herrn Pastor Höckels gehaltenen Einführungsansprache beeindruckte besonders seine Aussage, dass er sowie seine Kapläne Diener der Gemeinde - die Letzten in ihr - sein wollten.

Einiges veränderte sich: Die Gläubigen kommunizierten fortan zuerst, nach ihnen der Priester. Die Anrede aller Geistlichen geschah allgemein mit der Nennung des Familiennamens und nicht mit dem Amtstitel. Das erklärte Ziel des neuen Priestertums war, die Mitarbeit und die Mitverantwortung der Laien anzuregen und zu fördern, so auch eines neuen Kirchenverständnisses nach den Aussagen des Konzils.

Am Sonntag, den 6. September 2020 fand in einer feierlichen Zeremonie, in Anwesenheit von Oberbürgermeister Frank Meyer, der Umzug der Evangelischen Gemeinde Gartenstadt statt. Nach dem Start mit Abschied in der Lukaskirche führte die Prozession zur neuen ökumenischen Pius-Lukas-Kirche in St. Pius X.. Diese bietet nun katholischen und evangelischen Christinnen und Christen eine gemeinsame Heimat.