Sozialwerke Krefelder Christen:Zu Tisch - alle ?!

„Ihr seid herzlich eingeladen – esst und trinkt mit uns, genießt das gute Wetter und die Gespräche“, lautete die Botschaft der Veranstalter. Und genau das wurde spürbar. Rund 60 Menschen nahmen an der bunt dekorierten Tafel Platz, kamen miteinander ins Gespräch, lachten gemeinsam und verbrachten einige unbeschwerte Stunden miteinander.
Organisiert wurde die Aktion vom Sozialwerk Krefelder Christen im Rahmen der diesjährigen Solidaritätskollekte des Bistums Aachen für erwerbslose Menschen. Vorbereitet wurde der Nachmittag mit großem Engagement von Mitarbeitenden und Teilnehmenden des Projekts „Ma(h)lzeit“, dem kostenlosen Mittagstisch für Jugendliche und junge Erwachsene. Dass eine solche Veranstaltung möglich wird, ist keineswegs selbstverständlich. Hinter den liebevoll gedeckten Tischen, den Blumendekorationen und dem offenen Angebot steckt viel Einsatz, Zeit und Herzblut.
Neben Essen und Gesprächen sorgte auch eine kreative Mitmachaktion für Aufmerksamkeit. Altes Porzellan durfte mit persönlichen Botschaften und Gedanken gestaltet werden. Mit Porzellanmalstiften entstanden kleine Kunstwerke – mal bunt und verspielt, mal nachdenklich und gesellschaftskritisch. Schülerinnen und Schüler der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule beteiligten sich ebenso wie Kinder und Eltern des benachbarten Kindergartens St. Martin und zahlreiche Besucherinnen und Besucher, die spontan dazukamen. Gerade diese Offenheit machte den besonderen Charakter des Nachmittags aus.
Auch ein kostenloser Haushaltströdel lud zum Stöbern ein. Hier wechselten kleine „Schätzchen“ unkompliziert den Besitzer und sorgten bei manchen Gästen für eine zusätzliche Freude.
Doch hinter dem fröhlichen Beisammensein stand mehr als nur ein gemeinsames Essen. Das Motto „Zu Tisch – alle?!“ war zugleich ein Appell: für eine Gesellschaft, in der Menschen nicht ausgeschlossen werden. Für Orte, an denen besonders diejenigen willkommen sind, die oft am Rand stehen – Menschen ohne Arbeit oder Wohnung, Menschen mit Fluchterfahrung oder jene, die schlicht Unterstützung und Gemeinschaft brauchen.
Genau dafür stehen die mehr als 30 Arbeitsloseninitiativen im Bistum Aachen – und damit auch das Sozialwerk Krefelder Christen. Gemeinsam mit dem Arbeitslosenzentrum Krefeld begleitet die Einrichtung junge Menschen auf ihrem Weg zu neuen Perspektiven, gesellschaftlicher Teilhabe und Bildung. Oft geht es dabei nicht nur um Beratung, sondern auch um Orientierung, Schutz und manchmal einfach um eine warme Mahlzeit.
Die Veranstaltung in Lehmheide zeigte eindrucksvoll, wie wichtig solche Orte der Begegnung sind. Für ein paar Stunden wurde aus einer einfachen Essenstafel ein Zeichen dafür, wie Gemeinschaft gelingen kann – offen, herzlich und mitten im Stadtteil.